Ausgabe 4 ⁄ 2009, Beitrag Nr. 1

Karieskeime können von Mutter zum Kind übertragen werden
Milchzahnkaries ist eine unterschätzte Gefahr für die späteren Zähne.


(IME/Frankfurt/M.) Babys sind ja so süß! Alle Verwandten und Freunde wollen sie gleich sehen, herzen und küssen…Trotz aller Liebe zum Nachwuchs sollten doch ein paar Spielregeln gerade bei der Mundhygiene beachtet werden. Oft wird im Alltag mit dem Säugling schnell mal der heruntergefallene Schnuller oder beim Füttern der Löffel abgeleckt und dann in den Mund des Kindes gesteckt. Dadurch können aber Kariesbakterien über den Speichel der Mutter auf das Kleinkind übertragen werden. Da Neugeborene in der Regel ohne Karieskeime im Mund zur Welt kommen, sollten im täglichen Umgang solche Verhaltensweisen vermieden werden, um die Übertragung von Kariesbakterien auf das Baby möglichst lange hinauszuzögern, darauf wies Prof. Annerose Borutta, Universität Jena, auf der Jahrestagung des Netzwerkes KITA und Gesundheit in Hannover hin.

Milchzahnkaries ist eine oft unterschätzte Gefahr für die späteren Zähne, warnen Zahnärzte. Müssen mangelhaft gepflegte und deshalb kariöse Milchzähne frühzeitig entfernt werden, hat das weit reichende Folgen: Der vorzeitige Zahnverlust beeinträchtigt Sprachbildung und Kaufunktion. Die nachwachsenden Zähne können schief durchbrechen, weil die Milchzähne als Platzhalter vorzeitig entfernt wurden. Schließlich besteht die Gefahr, dass im Zahnfleisch verbliebene Kariesbakterien die bleibenden Zähne befallen.

Schon in den Wochen der Schwangerschaft sollten daher werdende Mütter einer konsequenten Zahnpflege und Mundhygiene nachgehen. Denn von optimaler Mundhygiene, die Kariesbakterien in Schach und das Zahnfleisch gesund hält, profitieren Mutter und Kind. Zahnärzte empfehlen mindestens zwei professionelle Zahnreinigungen vor und eine nach der Geburt des Kindes. Die beste Zeit für jegliche Art der Zahnbehandlung ist das zweite Schwangerschaftsdrittel. Und auch beim Kleinkind geht es mit dem Putzen schon beim ersten Zahn los.

Abdruck honorarfrei - IME, Frankfurt/M. als Quellenangabe und Beleg erbeten.

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