Ausgabe 3 ⁄ 2009, Beitrag Nr. 2

Dauernuckeln an sich schadet Milchzähnen
Nicht nur was aus dem Fläschchen getrunken wird, sondern auch wie oft und wie lange entscheidet über frühkindliche Zahngesundheit.

(IME/Frankfurt/M.) Bei der Entstehung der frühkindlichen Milchzahnkaries spielt die Nuckelflasche eine zentrale Rolle. Nicht nur zuckerhaltige, sondern auch zuckerfreie Getränke, wie zum Beispiel Wasser, können beim Dauernuckeln aus der Flasche die Zähne schädigen, da die Selbstreinigung und Remineralisierung des Zahnschmelzes durch den Speichel fehlt. Das Fläschchen sollte daher bei Säuglingen nur zeitlich begrenzt gegeben werden – nicht zum Dauernuckeln oder Trösten ohne Zeitlimit. „Dauernuckeln ist für die Entstehung von Nuckelflaschenkaries mindestens so entscheidend wie der Zucker- und Säuregehalt des Getränks“, meldete jüngst die Bayerische Lan-deszahnärztekammer (BLZK). Aus diesem Grund sollten Kleinkinder ab dem ersten Lebensjahr so schnell wie möglich das Trinken aus Becher und Tasse lernen. Darüber sind sich alle Experten aus der Kinderzahnheilkunde einig. Am besten beginnen die Eltern bereits nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne das Baby nach und nach konsequent vom Fläschchen zu ent-wöhnen. Der Kaureflex sollte den Saugreflex verdrängen.

Die BLZK rät Eltern außerdem, mit ihrem Kind gleich nachdem sie stolz das erste Milchzähnchen entdeckt haben, gemeinsam regelmäßig zur Vorsorge-untersuchung beim Zahnarzt zu gehen. Zur praktischen Unterstützung wird ein „Zahnärztlicher Kinderpass“ empfohlen, den es bald in allen Bundeslän-dern geben soll. Sein Einsatz beginnt bereits während der Schwangerschaft, in der zwei Zahnarztkontrollen für die Mutter vorgesehen sind, bei denen Zähne und Zahnfleisch gründlich untersucht werden.

Abdruck honorarfrei - IME, Frankfurt/M. als Quellenangabe und Beleg erbeten.

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